Familienklassen - als ständige Einrichtung an der TWS

Familienklasse – Definition

Eine Familienklasse ist sowohl alters‑ als auch leistungsheterogen zusammengesetzt. Die Schüler können der Vor‑, Unter‑, Mittel‑, Ober‑ und Werkstufe angehören. Schüler der ersten beiden Vorstufenjahre sollen nur in Ausnahmefällen eine Familienklasse besuchen.

Eine Familienklasse umfasst mindestens drei der genannten Stufen, es sind alle Kombinationen dieser Stufen denkbar.

Zielsetzung

Familienklassen ergänzen seit dem Schuljahr 02/03 das Konzept der Jahrgangsklassen an unserer Schule, beide Arten der Klassenbildung werden benötigt. Für alle Stufen sollen weiterhin auch Jahrgangsklassen angeboten werden.

Die Einrichtung von Familienklassen soll die Flexibilität der Schule erhöhen.

Schülern, für die ein geeignetes Lernumfeld gesucht wird, stehen mehrere Alternativen zur Verfügung.

Insbesondere jüngere Schüler und Schüler mit Integrationsproblemen sollen in Familienklassen leichter in den Schulalltag finden. Sie können von anderen Schülern soziales Verhalten, Gruppenregeln und den Umgang mit Lern- ­und Arbeitsmaterialien lernen.

Schüler, die mit der Konkurrenz Gleichaltriger Probleme haben, erleben in Familienklassen eine andere Situation, ebenso wie Schüler, die unter Gleichaltrigen ständig dominieren.

Ältere Schüler profitieren von der Lebendigkeit jüngerer Schüler, sie können ihr Wissen und ihre Fertigkeiten weitergeben und dabei weiter verfestigen. Das gilt besonders dann, wenn sie unter Gleichaltrigen nicht zu den leistungsstärkeren Schülern zählen würden.

Schüler

Die Zahl der Schüler in Familienklassen soll sich am Durchschnitt der Schule orientieren. Auch die Zusammensetzung der Schüler soll die Gegebenheiten der Gesamt­schülerschaft widerspiegeln, hierbei sind u. a. zu berücksichtigen:

 

  • schwerstmehrfachbehinderte Schüler, d. h. körperbehinderte Schüler mit hohem Pflege‑ und Betreuungsaufwand

    

SCH

  • Schüler mit autistischer Behinderung

A

  • Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten/Erziehungsproblemen

E

  • Schüler, die im Verhalten unauffällig sind

U

  • Schüler, die relativ selbständig sind, also wenig Lehrerhilfe benötigen. In der Regel sind dies ältere Schüler.

S


Die Bezeichnung der Schülergruppen ist im Hinblick auf die Anforderungen der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zu verstehen. Bei der Bildung von Familienklassen muss darauf geachtet werden, dass die unterschiedlichen Schülergruppen jeweils in etwa anteilig in den Klassen vertreten sind, so dass eine Familienklasse auch in dieser Hinsicht dem Durchschnitt der Schule entspricht und arbeitsfähig bleibt.

Es ist darauf zu achten, dass jeder Schüler in einer Familienklasse einen Ansprechpartner hat, der seiner Entwicklung entspricht.

Unterricht

In Familienklassen soll ein Lernen wie in der Familie möglich sein, es wird Wert darauf gelegt, dass die Schüler mit ­und voneinander lernen. Ständige einseitige Hilfeleistungen sind nicht Sinn und Zweck von Familienklassen.

Der Unterricht muss in Familienklassen viele innere Differenzierungsmöglichkeiten bieten, dies kann zum Beispiel durch Freiarbeit geschehen, nicht alle Schüler müssen zur gleichen Zeit am gleichen Thema arbeiten.

In Familienklassen muss es auch Möglichkeiten zu klassenübergreifender Differenzierung geben: Für die Differenzierung im Schwimm‑ und Sportunterricht ist es sinnvoll, jeweils Schwimm‑ und Sporthalle mit zwei oder drei Familienklassen parallel zu nutzen. Dies sollte bei der Raumplanung berücksichtigt werden.

Für die Differenzierung in den Kulturtechniken wurde das schon vorher praktizierte zum Teil jedoch stufenbezogene Kursmodell zum klassenübergreifenden Kurssystem ausgeweitet und ergänzt, so dass jeder Schüler zweimal in der Woche für jeweils eine Doppelstunde ein Angebot erhält, das seinen Leistungen entspricht. Ein solches Kurssystem gilt zumindest für die Familienklassen, es ist jedoch auch eine Kooperation mit anderen Klassen möglich.

Eine Differenzierung ist auch bei altersgemäßen Angeboten notwendig, um z. B. Spielkreise mit den jüngeren Schülern mehrerer Klassen oder eine Disco für die älteren Schüler anzubieten. Neben der äußeren Differenzierung darf jedoch der Unterricht im Klassenverband nicht zu kurz kommen.

Zusammenarbeit

Es müssen mindestens 3 Familienklassen bestehen, damit eine Zusammenarbeit möglich ist.

Die Zusammenarbeit zwischen den Familienklassen ist eine wichtige Voraussetzung für die Differenzierung und die altersgemäßen Angebote. Hierzu sollen jeweils Partnerklassen kooperieren, die sich in räumlicher Nähe zueinander befinden.

Die Familienklassen bilden einen gemeinsamen Verbund, der einer Stufe der Jahrgangsklassen entspricht. Die Verbundkonferenz entspricht dabei der Stufenkonferenz der Jahrgangsklassen. Zusätzlich sollten Teamsitzungen der Familienklassen regelmäßig zeit‑ und ortsgleich stattfinden, so dass bei Bedarf ein schneller Austausch möglich ist.

Überprüfung

Im Rahmen des Schulprogramms findet eine weitere Evaluation der Familienklassen statt.

 

 

 

Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
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