Kulturtechniken

Lesen

 

Die individuellen Möglichkeiten der SchülerInnen entscheiden, ob und in welcher Weise ein sinnvoller Zugang zum Lesen und Schreiben geöffnet werden kann und wird. Lesen an einer Förderschule für geistige Entwicklung ist  mehr als nur das Lesen von Schriftsprache.

Lesen ist:

Je nach Entwicklungsstand der Schüler setzen die Bemühungen auf diesen unterschiedlichen Stufen an. So geht es für einige Schüler darum, ein Bild als Abstraktion eines Gegenstandes zu erkennen und dieses zu benennen. Andere, die über diese Fertigkeiten bereits verfügen, erlernen Signale, Zeichen aus der alltäglichen Umwelt, so Toilettenzeichen, Gefahrensignale oder bedeutsame Verkehrszeichen, die es ihnen ermöglichen sollen, größere Selbständigkeit im Straßenverkehr zu erwerben. Ähnliches gilt für die Namen der Schüler, den Eigennamen oder die Adresse

Für Schüler, die über keine verständliche Sprache verfügen, wird im Rahmen des Kurssystems Lesen ein Angebot in der Anbahnung der Gebärdensprache gemacht, um ihnen eine Kommunikationsmöglichkeit im Unterricht und im alltäglichen Umgang mit anderen an die Hand zu geben.



Schreiben

an unserer Schule ist:

  • Buchstaben nachfahren
  • Kritzelschrift schreiben
  • Eigene Zeichen erfinden und wiedererkennen
  • Buchstaben drucken
  • Am Computer schreiben
  • Buchstaben abschreiben
  • Buchstaben aus dem Gedächtnis schreiben
  • Wörter, Texte, Sätze schreiben



R
echnen

Rechnen lernen unsere Schüler handelnd. In ihrer alltäglichen Umwelt kommen sie immer wieder mit mathematischen Strukturen oder Zeichen in Berührung. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass ihnen vielfältige, entwicklungsadäquate Möglichkeiten der aktiven, handlungsorientierten Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten angeboten werden.

  • Raumerfahrung: (Orientierung in Räumen - Räume herstellen Räume in ihrer Ausdehnung wahrnehmen - Raum-Lage-Beziehungen.

  • Im vorzahligen Bereich verteilen sie Bonbons gleichmäßig, spielen „Mensch ärgere dich nicht“ , sortieren Bausteine ohne im klassischen Sinne rechnen zu können.        Mengen werden geordnet und verglichen, zerlegt und verändert. Ordnungskriterien werden definiert (z.B. Größe, Länge, Breite, Farbe, Form, Oberbegriffen etc.).     Wichtig für unsere SchülerInnen ist, dass diese grundlegenden Erfahrungen immer mit konkreten Materialien und in konkreten Situationen ermöglicht werden.

  • Im numerischen Bereich ist für die Erarbeitung des Zahlbegriffes  nicht nur das Erfassen von Mengen sondern auch das Erkennen der Zahlbeziehung (Anzahl / Ordinalzahl)von Bedeutung. Bevor ein Schüler einen Zahlbegriff erwirbt, vermag er in der Regel eine Zahlenreihe aufzusagen („Eins“, „Zwei“, „Drei“, „Vier“, „Fünf“), ohne diese Zahlen allerdings mit konkreten Mengen in Bezug setzen zu können. Dies erfolgt dann im
    Rahmen der „korrespondierenden“ Zuordnung (1:1), so z.B. der Zuordnung zu jedem Ei gehört ein Eierbecher, jedes Kind bekommt einen Stuhl. Anschließend erfolgt die „provozierende“ Zuordnung mit Mengen größerer Mächtigkeit, so z.B. jede Hand hat fünf Finger, ein Auto hat vier Räder, jedes Kind bekommt zwei Bonbons. Es lassen sich nun bestimmte Mengen ausgliedern oder auch gleichmächtige Teilmengen bilden.

  • Ab einem bestimmten Punkt sind Mengen größerer Mächtigkeit nicht mehr simultan, d.h. auf einen Blick, zu erfassen (beispielsweise Mengen ab 5 und größer). Hier gewinnen dann die Form des Abzählens und die Arbeit mit den sog. Ordinalzahlen an Bedeutung. Das heißt, dass zunächst Objekte oder Gegenstände zugeordnet, aufgereiht, geordnet und gezählt werden. Parallel hierzu werden Zahlennachbarn unter dem Ordnungsaspekt erarbeitet (wer ist erster, zweiter, dritter; in lückenhaften Zahlenreihen die fehlende Zahl finden; verdrehte Zahlenreihen richtig stellen). Unter Berücksichtigung der spezifischen Möglichkeiten des Schülers werden dann Zahlen als Ziffern geschrieben und auch gelesen.

  • Ebenfalls in den Mathematikunterricht fallen die Bereiche des Umgangs mit Geld, sowie mit den verschiedeneren Maßen. Der Umgang mit Geld stellt für viele Schüler einen Bereich dar, in dem sie mathematische Regeln und Beziehungen lebensnah erfahren können. Zunächst werden Münzen und Scheine kennen gelernt (hierzu gibt es übrigens in einigen Klassen „richtiges“ Rechengeld). Münzen werden erkannt, benannt und Merkmale beschrieben.

Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
Wüstenhöferstr. 175
45355 Essen
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