Förderung mehrfachbehinderter Schülerinnen und Schüler

Schwerstbehinderte SchülerInnen werden in der Klasse während des gemeinsamen Mittagessens mit den MitschülerInnen betreut. Je nach eigenem Vermögen werden sie gefüttert, bekommen Hilfestellung beim Becher halten und trinken oder erlernen mit Handführung die Handhabung eines Löffels.


An unserer Schule gibt es im laufenden Schuljahr 65 schwerstbehinderte SchülerInnen. Eine Schwerstbehinderung nach § 10 AO SF liegt vor, wenn neben der geistigen Behinderung noch eine andere Behinderungsform in erheblichem Maße vorhanden ist, z.B. Blindheit, Gehörlosigkeit oder eine Körperbehinderung wie z.B. eine Spastik, Muskelerkrankungen, Syndrome. Aber auch erhebliche Erziehungsschwierigkeiten können zum Vorliegen einer Schwerstbehinderung führen.

Während SchülerInnen mit erheblichen Auffälligkeiten in ihrem Verhalten besondere Angebote im sozial-emotionalen Bereich benötigen, im Bereich der Eigenversorgung und des lebenspraktischen Umgangs jedoch relativ fit sind, benötigen SchülerInnen mit schweren geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen eine zuverlässige und einfühlsame „Rundum- Pflege“ und Fürsorge bei allen anfallenden täglichen Versorgungen, wie z.B. dem Essen, An- und Auskleiden, der Kommunikation, der Lageveränderung.

Diese SchülerInnen benötigen: 

 

Schwerstbehinderte in den Klassengemeinschaften

An unserer Schule sind auch die schwerstbehinderten SchülerInnen in die heterogen Klassengemeinschaften integriert und nehmen am Unterricht der Klasse teil. Es gibt keine speziellen Schwerstbehindertenklassen, aber es gibt spezielle Förderangebote für diesen Schülerkreis z.B. im Pränatalraum auf dem Wasserbett in einer warmen, wohltuende Atmosphäre (siehe Bild), im Psychomotorikraum oder im Schwerstbehindertenraum, in der Schwebi- Arbeitsgemeinschaft für die Bereiche Körperwahrnehmung, Körpererfahrung, Meditation.

Grundlegende Bedürfnisse wie Essen, Trinken und Pflege nehmen bei schwerstbehinderten SchülerInnen auch in der Schule einen hohen Stellenwert ein und sind wesentlicher Bestandteil des Unterrichtes. Gerade in der Fürsorge um diese Grundbedürfnisse erfährt der schwerstbehinderte Mensch zwischenmenschliche Beziehungen, entsteht für ihn Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wohlbefinden.

In den Klassen:

 

Einsatz von Hilfsmitteln

Mehrfachbehinderte Menschen benötigen Hilfsmittel, um möglichst viel Selbständigkeit zu erreichen. Deshalb werden in der Schule folgende Hilfsmittel genutzt:

In speziellen Pflegeräumen versuchen wir eine angenehme entspannte Atmosphäre für die zu pflegenden  SchülerInnen zu schaffen. Die Schule verfügt über keine speziell für die Pflege ausgebildeten Mitarbeiterinnen, sondern greift auf die Hilfe von Zivildienstleistenden zurück.

Daneben gehört jedoch auch der pflegerische Bereich zu den Kernaufgaben des lehrenden Personals.

Mit dem Schwimmbad mit seinem höher verstellbaren Hubboden verfügt die Schule über die Möglichkeit, dass auch schwerstbehinderte SchülerInnen ihren Körper im Wasser schwebend spüren und vielfältige ungewohnte Bewegungsformen erleben können. Das 30 Grad warme Wasser hat therapeutische Wirkungen auf die Muskelspannung und Entspannung.

Therapeutisches Angebot durch Krankengymnastinnen

Durch die Krankengymnastinnen Birgitt Bascoe und Barbara Schäfer verfügt die Schule über ein therapeutisches Angebot. In Absprache mit den Klassenteams, den Zivildienstleistenden und anderen Mitarbeitern sorgen sie für:

  • die Erhaltung und Verbesserung sensomotorischer Fähigkeiten
  • die Vermittlung von Bewegungs- und Körpererfahrungen (basale Stimulation)
  • individuelles Handling der einzelnen Schüler beim Füttern, Lagern, Pflegen
  • die Beratung in Esssituationen, Lagerung, Mobilität
  • die Hilfsmittelerprobung, -anschaffung, -anpassung und –wartung, sowie Instruktion der Klassenlehrer und Betreuer in der Benutzung dieser Hilfsmittel.
  • die Fortbildung und Einweisung von Zivildienstleistenden in die pflegerische Situation von schwerstmehrfachbehinderten SchülerInnen.

Auf dem Air-Tramp erleben schwerstbehinderte Schüler und Schülerinnen ihren Körper in sich verändernden Lagen, werden massiert, erleben eine Phase der intensiven Zuwendung und können durch kleinste eigene Bewegungen ihren Körper in der Lage verändern.

 

 

 

 

 

Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
Wüstenhöferstr. 175
45355 Essen
www.traugott-weise-schule.de