Familienklassen - als ständige Einrichtung an der TWS

Familienklasse - Definition

Eine Familienklasse ist sowohl alters- als auch leistungsheterogen zusammengesetzt.

Die Schüler*innen können der Vor-, Unter-, Mittel-, Ober- und Berufspraxisstufe angehören. Schüler*innen der ersten beiden Vorstufenjahre sollten nur in Ausnahmefällen eine Familienklasse besuchen.

Eine Familienklasse umfasst mindestens drei der genannten Stufen. Es sind alle Kombinationen dieser Stufen denkbar.

Zielsetzung

Familienklassen ergänzen das Konzept der Jahrgangsklassen an unserer Schule. Beide Arten der Klassenbildung werden benötigt. Für alle Stufen sollen weiterhin auch Jahrgangsklassen angeboten werden. Die Einrichtung von Familienklassen soll die Flexibilität der Schule erhöhen. Bei der Suche nach einem geeigneten Lernumfeld stehen somit mehrere Alternativen zur Verfügung.

Insbesondere jüngere Schüler*innen mit herausforderndem Verhalten sollen in Familienklassen leichter in den Schulalltag finden. Sie können von ihren Mitschüler*innen soziales Verhalten, Gruppenregeln und den Umgang mit Lern- und Arbeitsmaterialien lernen.

Schüler*innen, die durch Konkurrenz mit Gleichaltrigen vor Herausforderungen gestellt werden, erleben in Familienklassen eine andere Situation, ebenso wie diejenigen, die unter Gleichaltrigen ständig dominieren.

Ältere Schüler*innen profitieren von der Lebendigkeit jüngerer Mitschüler*innen, sie können ihr Wissen und ihre Fertigkeiten weitergeben und dabei weiter verfestigen.

Schüler*innen

Die Zahl der Schüler*innen in Familienklassen orientiert sich am Durchschnitt der Schule. Auch die Zusammensetzung der Schüler*innen soll die Vielfalt der Gesamtschülerschaft wiederspiegeln, hierbei sind u. a. die folgenden Schüler*innengruppen zu berücksichtigen:

Bei der Bildung von Familienklassen muss darauf geachtet werden, dass die unterschiedlichen Schüler*innengruppen jeweils in etwa anteilig in den Klassen vertreten sind, damit eine Familienklasse auch in dieser Hinsicht dem Durchschnitt der Schule entspricht und arbeitsfähig bleibt.

Unterricht

In Familienklassen soll ein Lernen wie in einer „Familie“ möglich sein. Es wird Wert darauf gelegt, dass die Schüler*innen mit- und voneinander lernen.

Der Unterricht muss in Familienklassen viele innere Differenzierungsmöglichkeiten bieten. Dies kann zum Beispiel durch Freiarbeit geschehen. Hierbei müssen nicht alle Schüler*innen zur gleichen Zeit am gleichen Thema arbeiten.

In Familienklassen muss es auch Möglichkeiten zu klassenübergreifender Differenzierung geben:

Für die Differenzierung im Schwimm- und Sportunterricht ist es sinnvoll, jeweils Schwimm- und Sporthalle mit zwei oder drei Familienklassen parallel zu nutzen. Dies sollte bei der Raumplanung berücksichtigt werden.

Für die Differenzierung in den Kulturtechniken besteht ein klassenübergreifendes Kurssystem. Dadurch erhält jede*r Schüler*in zweimal in der Woche für jeweils eine Doppelstunde ein Angebot, das den eigenen Leistungen entspricht. Ein solches Kurssystem gilt zumindest für die Familienklassen, es ist jedoch auch eine Kooperation mit anderen Klassen möglich.

Eine Differenzierung ist auch bei altersgemäßen Angeboten notwendig, um z. B. Spielkreise mit den jüngeren Schülern*innen mehrerer Klassen oder eine Disco für die älteren Schüler*innen anzubieten.

Neben der äußeren Differenzierung darf jedoch der Unterricht im Klassenverband nicht zu kurz kommen.

Zusammenarbeit

Es sollten mindestens 3 Familienklassen bestehen, damit eine Zusammenarbeit möglich ist. Die Zusammenarbeit zwischen den Familienklassen ist eine wichtige Voraussetzung für die Differenzierung und die altersgemäßen Angebote. Hierzu sollen jeweils Partnerklassen kooperieren, die sich in räumlicher Nähe zueinander befinden.

Die Familienklassen bilden einen gemeinsamen Verbund. Es sollten Teamsitzungen der Familienklassen regelmäßig zeit- und ortsgleich stattfinden, damit bei Bedarf ein schneller Austausch möglich ist.

Schüler*innen der Berufspraxisstufe in Familienklassen

Schüler*innen der Berufspraxisstufe besuchen ebenso die Familienklassen wie Schüler*innen der anderen Stufen. Die Förderaufgaben der Berufspraxisstufe gelten somit auch für die entsprechende Schülerschaft in den Familienklassen:

der Erwerb von Qualifikationen für die berufliche Arbeit,

Hilfen zur Loslösung von der Familie und Vorbereitung auf das selbstständige Wohnen,

Stärkung der eigenen Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten,

Begleitung bei der Gestaltung von partner- und freundschaftlichen Beziehungen.

Um diesen Förderaufgaben nachzukommen und somit die Schüler*innen der Berufspraxisstufe auch innerhalb einer Familienklasse umfassend auf das Erwachsenenleben vorzubereiten, wurden folgende Maßnahmen entwickelt:

Projektwoche

Die Familienklassen führen in regelmäßigen Abständen eine Projektwoche durch. In dieser Woche wird ein projektorientierter Unterricht in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Freizeit oder Freundschaft durchgeführt.

Schlüsselqualifikationen

Schlüsselqualifikationen wie Ausdauer, Pünktlichkeit, Teamfähigkeit etc. werden für die berufliche Eingliederung als vorrangig angesehen. Deren Erwerb stellt somit einen zentralen Inhalt der Berufspraxisstufe dar. Gerade die soziale Struktur einer Familienklasse bietet zahlreiche Gelegenheiten zum Erwerb dieser Qualifikationen.

Darüber hinaus finden diese Qualifikationen in den wöchentlichen Berufsvorbereitungsgruppen, die in Kooperation mit allen Familienklassen stattfinden, Berücksichtigung.

Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
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